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Eine steirische Wirtschaftsdelegation erkundete das Marktpotenzial in Serbien: Große Chancen bietet in Zukunft der Bereich Umwelt.
Drei Tage lang bereiste eine steirische Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von Wirtschaftskammerpräsident Ulfried Hainzl Serbien und traf sich mit wichtigen politischen und wirtschaftlichen Vertretern des Landes. Mit dabei waren Unternehmensvertreter aus den Bereichen Umwelttechnik, Infrastruktur und Bildung. „Hier bieten sich künftig viele Chancen für steirische Unternehmen“, ist Hainzl überzeugt. „Denn es gibt enormen Nachholbedarf im Umweltschutz.“ So gibt es etwa in Belgrad (1,5 Millionen Einwohner) noch keine Kläranlage. Steirisches Know-how könnte gefragt sein, wenn es gilt, Umweltauflagen für den Weg in die EU zu erfüllen. Auch die serbische Wirtschaftskammer zeigt bereits großes Interesse an erneuerbarer Energie – von der Wasserkraft über Biomasse und Biogas, Wind- und Sonnenenergie bis zur Geothermie reicht die Palette. Mit neuen Einspeistarifen, die für zwölf Jahre für Ökostrom die Preise sicherstellen, ist bereits ein erster Schritt getan. Und sobald Serbien den EU-Kandidatenstatus erlangt, können EU-Fördermittel für Projekte lukriert werden. „Große Infrastrukturprojekte werden bis dahin aber wohl noch aufgeschoben“, meint Bernhard Puttinger, Geschäftsführer der Eco World Styria.
v.l. n.r.: Karl-Heinz Dernoscheg, Doris Wirth, Ulfried Hainzl und Gilbert Frizberg
Es herrscht Aufbruchstimmung. „Es scheint der richtige Zeitpunkt zu sein, um auf den serbischen Markt zu gehen“, sagt auch Gilbert Frizberg, Aufsichtsratspräsident des ICS. „Wichtig ist es allerdings, dass Rechts- und Investitionssicherheit geklärt sind.“
Ein weiterer Meilenstein: Seit 19. Dezember dürfen Serben für maximal 90 Tage ohne Visum in die EU einreisen.Die Vojvodina hat vor kurzem wieder den Status einer autonomen Provinz erlangt, den sie bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte. Erster Ansprechpartner für Unternehmen, die in der Vojvodina Fuß fassen wollen, ist das Bluepoint Businesscenter. Es wurde vom Land Steiermark, der Vojvodina und einem privaten Betreiber 2005 gegründet und bietet Unternehmen Hilfe bei der Suche nach Partnern vor Ort.
„Die richtigen Partner, die die Gegebenheiten im Land kennen, sind besonders wichtig, um im Serbien erfolgreich zu sein“, weiß Doris Wirth, die Betreiberin des Businesscenters. „Wir pflegen schon seit vielen Jahren gute Kontakte mit der Vojvodina und erleichtern Unternehmen den Markteintritt in neue Zielregionen“, betont auch Karl-Heinz Dernoscheg, Geschäftsführer des ICS. So gibt es bereits seit 2003 einen Kooperationsvertrag.
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Wirtschaftsbeziehungen
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Serbien und Österreich haben sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Die Steiermark exportierte im letzten Jahr Waren im Wert von 77 Millionen Euro nach Serbien und importierte Waren in der Höhe von 39 Millionen Euro. Mit einer Investitionssumme von über zwei Milliarden Euro ist Österreich größter Investor. Knapp 300 Unternehmen sind vor Ort vertreten, vorrangig im Bereich Banken und Versicherungen. Chancen bieten sich bei Industriemodernisierung, Infrastruktur, Energie, Umwelttechnik, Kfz-Zulieferindustrie, Beratungsdienstleistungen und der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.
Roggenbrot für den serbischen Markt
Martin Auer, Spross des steirischen Familienbetriebs Martin Auer, wagte den Schritt nach Serbien. Er gründete die Firma Roggenart.
Im Dezember vor einem Jahr eröffnete der Betriebswirt und Bäckermeister Martin Auer seine erste Kaffeebar in Belgrad. Mittlerweile gibt es fünf Roggenart-Filialen in der serbischen Hauptstadt und das Unternehmen zählt 40 Mitarbeiter. „Ich hatte die Idee, Roggenbrot in Serbien zu etablieren“, sagt der Unternehmer. „Das Angebot ist sehr stark angenommen worden.“ Kunden sind zum einen Nordeuropäer, die in Belgrad leben – Unternehmer, Botschaftsmitarbeiter –, zum anderen Serben, die im Ausland dunkles Brot kennengelernt haben. Wesentlich für den Erfolg in Serbien sei es, gute und verlässliche Partner vor Ort zu haben, die den Markt und die Gebräuche kennen, ist Auer überzeugt. Mit einem ehemaligen Studienkollegen mit serbischen Wurzeln, der in Belgrad lebt, hat er die richtige Kontaktperson gefunden. „Im Ausland etwas zu tun, das noch niemand vor mir gemacht hat, macht den Unternehmer in mir glücklich!“
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